Behinderte Kinder und Jugendliche
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Die Forderung nach Integration wird heute im internationalen Diskurs als das Bemühen um die Realisierung eines Menschenrechts begriffen – des Rechts auf uneingeschränkte Teilhabe und gleichberechtigte und gleichwertige Anerkennung eines jeden Menschen in der menschlichen Gemeinschaft. Dies unabhängig davon, ob er im Normengefüge wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Konventionen als behindert klassifiziert wurde und wird. Für alle an der Integration Interessierten leistet dieses Buch einen Überblick über die heute, im dritten Jahrzehnt ihrer Entwicklung, bestehende Vielfalt und Differenziertheit der Integration und die Möglichkeit, sich vertieft mit ihren zentralen Fragen zu befassen. Dies unter dem Aspekt ihrer Weiterentwicklung und der vielfältigen Perspektiven der Grundlegung einer inklusiven Gesellschaft in allen Lebensbereichen.
Die Debatte um Fragen der Integration als Weg aus der Selektion, Ausgrenzung und Segregation von Menschen mit Behinderungen in Sondersysteme über die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt noch immer eine tiefe Kluft zwischen Ist- und Sollzustand. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wird für die Pädagogik in besonderer Weise deutlich, dass mit der Integration im Bereich der Bildung ein Menschenrecht umzusetzen ist – auch in der Erwachsenenbildung. Realisiert wurde das bereits 1998 in Bremen bei einer bundesweiten Fachtagung. Dieser Band reflektiert die Frage nach den Bildungsbedürfnissen Erwachsener als Realisierung der Integration auch schwerst beeinträchtigter Menschen in der Spanne von der «totalen Institution» (Goffman) und ihrer Überwindung bis hin zur «advokatorischen Assistenz». Dabei wird nicht über, sondern in uneingeschränkter Teilhabe mit den Betroffenen diskutiert. Das Buch spannt einen breiten Fächer an Fragen, Problemen und zukünftig dringend zu berücksichtigenden Lösungsmöglichkeiten vor allem unter Aspekten der Assistenz auf.