Neben seinem bekanntesten Werk über den Gralsucher Parzival verfasste Wolfram von Eschenbach zwei weitere Romane und war auch als Minnesänger tätig. Sein lyrisches Œuvre ist umso kostbarer, als nur neun Lieder in vier Handschriften von der Mitte des 13. bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts überliefert sind. Fünf von ihnen gehören einer Sondergattung der höfischen Lyrik an: es handelt sich um Tagelieder, die von der Trennung der Liebenden nach einer verbotenen Liebesnacht erzählen. Das höfische Tagelied des Mittelalters ist eine Erfindung provenzalischer Trobadors des 12. Jahrhunderts. Wolfram hat das Genre sprachmächtig und bildgewaltig auf eine neue und nie wieder erreichte Höhe der Kunst gehoben. Seine Tagelieder gehören zum Größten, was die Lyrik nicht nur des Mittelalters hervorgebracht hat. Joachim Heinzle erschließt Wolframs Tagelieder zusammen mit den anderen Liedern im mittelhochdeutschen Original und in neuhochdeutscher Übersetzung. Sein ausführlicher Kommentar begründet die Herstellung der Texte, die zum Teil von den älteren Ausgaben abweicht, und gibt die nötigen sprachlichen und sachlichen Erläuterungen
Joachim Heinzle Pořadí knih (chronologicky)






Die Nibelungen
Lied und Sage
Das Buch des anonymen Dichters. Gemäß der Nibelungensage ruht der sagenhafteste aller Schätze unter der Stadt Worms, auf dem Grund des Rheins. Seine Einzigartigkeit bezieht er aus dem Ring, einer unerschöpflichen Quelle von Gold, Liebe und Freude für seinen Besitzer, solange dieser dessen Zauberkraft nicht zu eigenen Zwecken missbraucht. Welche Bedeutung hat dieses Gold, um das sich Götter und Menschen bis auf den Tod streiten? Der anonyme Dichter des Nibelungenliedes, der im 12. Jahrhundert gelebt hat, nimmt uns mit auf eine wundersame Reise durch die Geschichte, die Kunst und die Literatur bis zum heutigen Schatz. Lassen Sie sich Schritt für Schritt leiten.
German
Das Mittelalter in Daten
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Ein umfassendes und überaus detailreiches Bild des Mittelalters, für Mediävisten aller Fachrichtungen und alle am Mittelalter Interessierten: Der aus literaturwissenschaftlicher Sicht konzipierte Band präsentiert in synoptischem Überblick alle wichtigen Daten der Literatur-, Kunst-, Musik- und Ereignisgeschichte, vom Jahr 750 bis 1520.
Das mittelhochdeutsche »Nibelungenlied«, um 1200 entstanden, gehört zu den großen Werken der Weltliteratur. Als Heldenepos steht es neben Dichtungen wie Homers »Ilias«, Vergils »Aeneis« oder dem altfranzösischen »Rolandslied«. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Nibelungen-Stoff zur Grundlage eines deutschen Nationalmythos geworden, dessen Wirkungsmächtigkeit kaum zu überschätzen ist. Die Ausgabe enthält den kritisch bereinigten Text der St. Galler Handschrift B aus dem 13. Jahrhundert, eine versgetreue Übersetzung und einen umfangreichen Kommentar. Zum ersten Mal seit den Editionen des 19. Jahrhunderts bietet die Ausgabe nicht nur das eigentliche »Nibelungenlied«, sondern auch die sogenannte »Klage«, eine Fortsetzung in Reimpaaren, die erzählt, was nach der Katastrophe geschehen ist, und die Frage von Schuld und Unschuld thematisiert. Damit wird das ursprüngliche »Nibelungen-Buch« wiederhergestellt, in dem die beiden Texte offenbar von Anfang an eine Einheit gebildet haben.

