Globus: Das Recht nicht zu lügen
Der Ex-Jesuit im autobiografischen Interview über sexuelle Heuchelei, Staatskirchentum und die akademische Diskurskrankheit
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Der Ex-Jesuit im autobiografischen Interview über sexuelle Heuchelei, Staatskirchentum und die akademische Diskurskrankheit
Integrale Strukturlogik als Hegels Auftrag für eine Philosophie der Zukunft
Nach dem Ende des ?dialektischen Materialismus?, der gar kein dialektischer war, werden die reflexionslogischen Typen von Dialektik erstmals systematisch eigenständig aus den fundamentalen Sinnelementen des Bewusstseins hergeleitet und für eine Philosophie der Zukunft jenseits von Materialismus und Idealismus fruchtbar gemacht. Hegel, der große Dialektiker der Neuzeit, steht dabei Pate, jedoch nicht als Urheber eines geschlossenen Systems und einer unzugänglichen und fehlerhaften ?Logik?, mit ihrem Ausgang von einem doch objektivistischen ?Sein?. Dialektik wird dagegen als integrale Strukturlogik vorgestellt: als ein methodisches Frageraster für alle Wirklichkeitsbereiche, nicht zuletzt aber für eine Wertstufendemokratie als Lehre und Chance aus Corona: Worauf kommt es uns künftig wirklich an, denkerisch und praktisch? Das Ziel ist kein geringes als eine folgenreiche systematische ?Aufhebung? (Aneignung wie ehrenvolle Überwindung) Hegels, aus Anlass seines 250. Geburtstags
Die im Dialektik-Buch aufgezeigten 16 Quell-Typen von Dialektik werden auf das große Thema Liebe angewandt, woraus sich ebenso viele differenzierte Antworten auf die Frage ergeben, ob denn Liebe logisch sein könne. Die dialogische Denkströmung im 19. Und 20. Jahrhundert (Jacobi, Hölderlin, Feuerbach, Buber, Ebner, Rosenzweig, Marcel usw.) war nur teilweise im Recht mit ihrer schroffen Opposition gegen die Subjekt-Objekt-Dialektik Kants und Hegels. Dialektik wie Dialogik sind beide Denken in Relationen und Gegensätzen. Auf der sehr innovativen Grundlage seiner kürzlich entwickelten Typen von Dialektik legt Heinrichs eine dialogische Dialektik dar, die zugleich dialektische Dialogik ist. Der bisher unfruchtbare Gegensatz zwischen liebevoller Zwischenmenschlichkeit und logischer Schärfe wird fruchtbar gemacht, auch durch starkes Eingehen auf Hegels Jugendfreund und Mit-Jubilar Hölderlin Das Buch enthält im 1. Teil frühere Arbeiten des Verfassers, die in prominenten Sammelwerken verstreut waren, während der 2. Teil das innovative Niveau des Dialektik-Buches in überraschender Weise hält, ja steigert.
Der Weg zwischen Multikulti und neuem Nationalismus
Die Debatte um die kulturelle Identität in Deutschland ist besonders herausfordernd. Johannes Heinrichs untersucht nüchtern, was eine deutsche Primär- oder gastgebende Kultur ausmacht, und stellt dabei einige Thesen auf: Eine multikulturelle Gesellschaft, die völlige Parität verschiedener Kulturen ohne Sprachgebiete anstrebt, ist weder realistisch noch wünschenswert. Multikultur ohne die Unterscheidung zwischen gastgebender und Gastkultur würde schnell zu einer Unkultur führen. Ein vertieftes Bewusstsein für kulturelle Identität ist nicht mit Nationalismus gleichzusetzen, sondern Voraussetzung für Multikultur. Eine gastgebende Kultur, deren sich die Gastgeber bewusst sind, ist entscheidend für die Integration von Immigranten und deren Kulturen. Dieses Bewusstsein bedeutet nicht Überlegenheitsgefühl, sondern den Gemeinschaftsgeist, der sich in Sitten und einer gemeinsamen Sprache zeigt. Kulturelle Integration von Einwanderern ist notwendig, ohne dass sie ihre Herkunftskulturen verleugnen müssen. Diese Grundregeln werden von verschiedenen politischen Lagern oft ignoriert. Die aktualisierte Neuauflage des Buches, ergänzt um Essays und ein Resümee, bietet eine klare und aktuelle Analyse der Diskussion um Einwanderung und kulturelle Identität, insbesondere im Kontext der Migrationskrise.
Die verbreitetsten Spiele der Menschheit: die Sprachspiele und die immerwährenden Festspiele des Stiles in aller Welt. Lyrik wie Sponti-Sprüche, die hier als bevorzugte Beispiele dienen, markieren nur die Gipfel dieser ständigen Spiele (bisher ohne Ständige Vertretung). Ist es möglich, das Zeitalter des traditionellen Jagens und Sammelns und der provinziell-willkürlichen Ad-Hoc-Theorien in Sachen Stilfiguren zu beenden, die Ordnung der Stilphänomene in ein sprachtheoretisches Ganzes - auf welcher Grundlage als derjenigen der vorhergehenden 4 Bände Sprache - wirklich?
Psychologik der Sprechakte und Dialoganalyse (Pragmatik). Philosophische Semiotik Teil II
1[In 5 Bänden]
Die Welt des sich derzeit offensichtlich zu Tode siegenden Kapitalismus lebt in vielen Teufelskreisen. Innerhalb der Wirtschaft etwa die Schuldenfalle. Die wird für viele durch den Sozialabbau - der mit "Reformen" getarnt wird - nur noch unentrinnbarer. Die Alternative zur so genannten "freien" Marktwirtschaft ist deren Freiheit ohne Anführungszeichen: Freiheit von der diabolischen Herrschaft des Geldes mit Zinseszins und Selbstvermehrung. Der Autor nimmt darüber hinaus den Teufelskreis im Verhältnis von Wirtschaft und Politik aufs Korn: Darf Wirtschaft überhaupt die Welt regieren? Bleiben Kulturen und Grundwerte, sogar der "Primat der Politik", nur etwas für Feiertagsreden? Hier setzt der inzwischen international bekannte Ansatz der systemischen Viergliederungstheorie von Heinrichs an: Nur die Befreiung aller Ebenen des sozialen Systems kann auch zu einer "freien" Wirtschaft führen. Das Ganze könnte unentbehrliche Heilkost statt illusorischer "Reform"-Pillen sein. Ein Buch für echte Reformer, die den Sprung wagen! Das Vorwort des bekannten Wirtschaftswissenschaftlers und Eurokritikers, Wilhelm Hankel, bürgt für die Seriosität des Buches. Das Nachwort des früh verstorbenen Dissidenten und Professors für Sozialökologie, Rudolf Bahro, ist das letzte wichtige Werk dieses Denkers vor seinem Tode und ist eine wichtige Anerkennung der Leistung von Heinrichs.
Heinrichs` von vielen als epochal betrachtetes Werk Revolution der Demokratie hat einen gravierenden "Mangel": Es ist für Vielbeschäftigte und sozialwissenschaftliche Laien zu umfangreich und komplex. Die Struktur des vorliegenden Manifestes ist die gleiche geblieben. Dennoch ist es nicht bloß gekürzt, sondern neu und frisch geschrieben. Für die völlig ungewöhnliche Substanz nun erst recht "leicht zu lesen, manchmal sogar salopp" (Deutschlandfunk, 22. 03. 04). Die schleichende Demokratieverdrossenheit wird bei Genuss des Manifestes zur Demokratiebegeisterung, die nach Praxis verlangt.
Sind in unserer derzeitigen Halbdemokratie die Grundwerte oder der Volkswille wirklich maßgebend? Oder das Geld und die Parteien? Dieses beim ersten Erscheinen von vielen gefeierte, von der politischen Klasse noch zu wenig wahrgenommene Werk stellt eine Demokratie- und Staatslehre aus den tiefsten Quellen der menschlichen Sozialität dar: aus dem zwischenmenschlichen Verhältnis. Die gestufte soziale Reflexion ist das Prinzip, welches Handlungs- und Systemtheorie überbrückt. Heinrichs' Reflexions-Systemtheorie führt zu höchst praktischen Postulaten, angefangen beim parlamentarischen Herzen der Demokratie: Gliederung in vier Herzkammern, um die sozialen Subsysteme als Wertstufen (Grundwerte, kulturelle Werte, politische und wirtschaftliche Werte) zu realisieren. Die Abschaffung der Einheitsparteien zugunsten von Sachparteien führt zu einer Synthese von direkter und parlamentarischer Demokratie, einer neuen Sachlichkeit der Lösungssuche, welche die Schwächen beider historisch getrennten Demokratieformen hinter sich lässt. Wer ernsthaft an einer Weiterentwicklung unserer schwächelnden Demokratien interessiert ist und über Wunschphrasen wie 'Wir brauchen mehr direkte Demokratie' hinausgehen will, kann an dieser Grundlagentheorie nicht mehr vorbei gehen.
Logik des Sozialen und natürliche Wirtschaftslehre