“Kainkain Piksa”
Images and Impressions from the German Colonial Pacific (1884–1914)
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Images and Impressions from the German Colonial Pacific (1884–1914)
Hermann Joseph Hierys Buch behandelt ein auch von Historikern wenig beachtetes Thema: die deutschen Kolonien in der Südsee. Die Kolonialherrschaft im Pazifik interessiert in einer besonderen Hinsicht. Im Mittelpunkt stehen die Pazifikinsulaner, die zwischen 1900 und 1914 mit deutschen Vorstellungen konfrontiert wurden. Was hat der Kulturkontakt mit den Deutschen für die Kulturen Neuguineas, des Bismarck-Archipels, Mikronesiens und Samoas bedeutet? Untersucht werden Kulturvermittlung und kultureller Wandel, die kulturellen Austauschprozesse, die durch die deutsche Kolonialherrschaft in Gang gesetzt wurden. Die Ergebnisse sind in vielem überraschend. Es gab keineswegs nur Unterwerfung unter die Kolonialherren oder gewaltsamen Widerstand; die Südseeinsulaner waren auch nicht bloß passive Opfer. Die einheimischen Kulturen haben häufig versucht, die europäischen Vorgaben in ihrem Sinn zu beeinflussen. Sie waren offen für einen kulturellen Wandel, wenn er ihnen vorteilhaft erschien, ließen ihn sich aber von den Deutschen nicht aufzwingen. Das alltägliche Leben wurde viel mehr, als man bisher gesehen hat, von einem Austausch deutscher und einheimischer Lebensformen und Verhaltensweisen geprägt. H. J. Hierys Darstellung des deutsch-pazifischen Kontakts in seiner Vielfalt erschließt ein Stück Kolonialgeschichte, das auch interkulturelle Begegnung war.
1895, fünf Jahre bevor West-Samoa deutsche Kolonie wurde, besuchte der elegante Abenteurer Otto Ehrenfried Ehlers diese Inseln. Anreisend über Australien, dessen deutsche Einwanderer er zunächst in seiner deutschtümelnden Art einer genauen Inspektion unterzieht, landet er unter den Klängen der „Wacht am Rhein“ in einem Paradies, das er abschließend unbedingt zur Inbesitznahme empfiehlt. Bis zu diesem Ergebnis beschreibt Ehlers nicht nur detailliert sachliche Umstände, die seinen Bericht zu einem wichtigen Zeitdokument machen – mit seinem pointiert spleenigen Witz verschafft er dem Leser auch das Vergnügen, trotz seiner deutschen Überheblichkeit, seines krassen Chauvinismus' und seiner snobistischen Selbstsorge immer wieder herzlich über ihn lachen zu können.