1991 löste sich die Sowjetunion auf, und 2022 überfiel Russland die Ukraine. Obwohl diese Ereignisse nicht direkt miteinander verknüpft sind, stehen sie in einem Zusammenhang. Während viele Länder Ost- und Südosteuropas nach dem Ende des Sowjetsystems politische und wirtschaftliche Transformationen durchliefen, trägt Russland weiterhin die Last des historischen Erbes sowjetischer Strukturen. Das Großmachtstreben, militärische Interventionen, die monarchisch-diktatorische Präsidentschaft und der Umgang der Bevölkerung mit gesellschaftlichen Herausforderungen zeigen die Spätwirkungen der Sowjetzeit. Katrin Boeckhs Untersuchung beginnt mit der Entstehung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken nach der Oktoberrevolution 1917 und verfolgt die Entwicklung von Staatlichkeit, imperialer Expansion bis hin zum Verfall und der Entwicklung Russlands. Neben der politischen Geschichte beleuchtet sie auch die Gesellschaft: die Mehrheit, die das System ertrug, die Kämpfer gegen das Regime und die Hunderttausenden, die als „Volksfeinde“ in Gulags landeten oder getötet wurden. Wie wirkte sich die macht- und ideologiegetriebene Politik der Kommunistischen Partei auf den Alltag der Bevölkerung aus? Themen wie der Einfluss der Partei, die wirtschaftlichen Folgen der Planwirtschaft, die Kulturpolitik des Sozialistischen Realismus und das Überleben der Religion trotz Repression werden behandelt. Boeckhs Perspektive ähnelt einer „Mauerschau“,
Katrin Boeckh Pořadí knih (chronologicky)





Galizien und die Galiziendeutschen (1914-1940)
Kontext und Quellen
Serbien, Montenegro
- 268 stránek
- 10 hodin čtení
Serbien, bis zur friedlichen Trennung 2006 lange Jahre politisch verbunden mit Montenegro, nimmt auf dem Balkan eine führende Rolle ein. Während der Jugoslawien-Kriege geriet es bis zum Sturz von Milosevic im Jahr 2000 ins politische Abseits. Durch die Abspaltung des Kosovo 2008 schien sich ein erneutes Konfliktfeld aufzubauen. Dass sich nun politisch die pro-europäische Orientierung durchzuSetzen scheint, verleiht dem historischen Rückblick eine besondere Bedeutung. Der Band stellt Gemeinsamkeiten und Unterschiede der serbischen und montenegrinischen historischen Entwicklung vom Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart heraus, wobei ein Schwerpunkt auf den dramatischen Ereignissen im 20. Jahrhundert liegt.
Ukraine
- 295 stránek
- 11 hodin čtení
1991 trat die Ukraine, nach Russland das größte europäische Land, aus der Sowjetunion aus und erklärte ihre staatliche Unabhängigkeit. Obwohl sie ein EU-Anrainer ist, wird ihr in der öffentlichen Wahrnehmung erst seit der sogenannten ‘Orangenen Revolution’ der Jahreswende 2004/2005 größere Beachtung zuteil. Die vorliegende Darstellung versucht erstmalig, in verständlicher Form unter Einbeziehung der laufenden Forschung, dieses Ereignis in seinen historischen Kontext zu Setzen. Schwerpunktmäßig werden dazu die ersten ukrainischen Staatsversuche 1917-1921, die Situation der Ukraine als Sowjetrepublik, die Besatzungszeit während des Zweiten Weltkrieges sowie die Ablösung des sowjetischen Regimes in Kiev geschildert. Wie schwer der Weg für die Ukraine in einen demokratischen Rechtsstaat ist, wird deutlich bei der Analyse der Politik ihres ersten Präsidenten nach 1991, Kravcuk, und seines Nachfolgers Kucma, dessen Erbe nun auf dem ‘orangenen’ Präsidenten Jušcenko lastet. Die erste moderne Darstellung der ukrainischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.