Franz Schencking legt mit diesem Text eine programmatische Schrift vor, die den Grundriss der von ihm begründeten Entrepreneurship-BWL aufzeigt. Anders als der heutige Mainstream basiert diese BWL methodisch nicht auf der rationalen Wahl, sondern auf der existenziellen Rationalität - einem höchst persönlichen Entwicklungsprozess, der jeweils auf existenzielle Entscheidungen und das ihnen eigene Entscheidungskalkül zuläuft. Mit diesem Kalkül lassen sich - im Unterschied zur rationalen Wahl - auch Entscheidungen unter Unsicherheit und damit unternehmerische Entscheidungen rational treffen. Diese methodische Basis ändert das Verständnis von Unternehmensführung und von der Rolle des Unternehmers grundlegend. Insbesondere gehört dazu eine neue Auffassung der Funktionen Planung, Entscheidung, Organisation, Führung und Kontrolle. Zudem kann erstmals der Gegenstand des Faches, das Unternehmen, mit seinen drei Grundelementen Unternehmer, Rationalität und Kapitalumwandlung, theoretisch konsistent erfasst werden - und zwar unabhängig davon, welchen Zweck ein Unternehmen verfolgt. Kurz: Die BWL wird methodisch neu begründet.
Franz Schencking Knihy



Unternehmer – Unternehmen – Rationalität
Grundzüge einer betriebswirtschaftlichen Theorie des Unternehmers und des Unternehmens auf Basis existenziell bestimmter Rationalität
Das Buch untersucht, wie der Unternehmer und sein Unternehmen theoretisch erfasst werden können. Die Betriebswirtschaftslehre hat den Unternehmer aufgrund der rationalen Wahl als methodische Grundlage weitgehend eliminiert und sich zur Managementlehre entwickelt. Um den Unternehmer theoretisch zu erfassen, ist es notwendig, die rationale Wahl abzulösen. An ihre Stelle tritt die existenziell bestimmte Rationalität, die den Bezug auf den Unternehmer und die Offenlegung seines eigenen existenziellen Bedürfnisses umfasst. Der Unternehmer zeichnet sich dadurch aus, dass er sein Bedürfnis offenbart und es durch sein Unternehmen befriedigt, wodurch er sich selbst im Unternehmen hervorbringt. Dies ist das schöpferische Moment, das seine unternehmerische Freiheit und Verantwortung begründet. Sein Bedürfnis, das schrittweise sichtbar wird, ist der letzte Zweck des Unternehmens und bestimmt dessen Entwicklungsprozess. Dieser Prozess umfasst Schritte wie Ideengewinnung, Planung, Entscheidung und Führung, die theoretisch neu gefasst werden müssen, um ihre Bedeutung für das Unternehmen zu verdeutlichen. Durch die existenziell bestimmte Rationalität wird sowohl der Unternehmer als auch das Unternehmen theoretisch erfassbar, was eine methodische Neubegründung der Betriebswirtschaftslehre ermöglicht. Das Buch richtet sich an Wissenschaftler und Unternehmer, die ihre Praxis theoretisch erfassen möchten.
Steigende Schadenauszahlungen und Prämien sowie die damit einhergehende Erhöhung des moralischen Risikos stellen ein Problem für private Krankenversicherungen dar. Franz Schencking analysiert, inwieweit der in Theorie und Praxis herrschende Versicherungsbegriff von Dieter Farny, der Versicherung als Produkt beschreibt, zu dieser Problematik beiträgt. Der Autor rekonstruiert drei konstitutive Elemente privater Krankenversicherung, vollzieht die Entstehung von Farnys produktionstheoretischem Versicherungsbegriff nach und legt die Konsequenzen für die Erstellung und Akquisition von Versicherung dar. Hierauf aufbauend werden die Grenzen dieser Begriffsbestimmung aufgezeigt und ergänzend wird Krankenversicherung mit Hilfe der neueren Systemtheorie als eine sich reproduzierende Dienstleistung beschrieben. Vor diesem Hintergrund werden Vorschläge zur Entwicklung privater Krankenversicherung formuliert, zum einen die Ergänzung der Versicherungsleistung um Informations- und Beratungsleistungen bis hin zum Managed Care und zum anderen die Neufassung einzelner Unternehmensfunktionen.