Anhand der Geschichte Simon Goldsteins wird verdeutlicht, wie die schrittweise Entrechtung einer Familie in die Katastrophe führte – eine historische Warnung vor aktuellen Forderungen nach „Remigration“. Goldstein kam 1887 aus Galizien nach Norddeutschland und lebte Jahrzehnte unbehelligt in Rheine, bis er und seine Familie nach 1920 als „Ostjuden“ stigmatisiert wurden. Obwohl seine Söhne für Deutschland im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten, blieb ihm die Staatsbürgerschaft verwehrt. Die schleichende Radikalisierung der Polizei, der Nachbarschaft und der Presse zerstörte das Familienleben: 1931 brannte sein Lagerhaus unter öffentlicher Häme ab; 1938 und 1939 folgten Deportationen und Fluchtversuche. Die Bilanz dieser Verfolgung ist verheerend: Simon Goldstein wurde 1942 in Auschwitz ermordet, weite Teile seiner Familie starben in Sobibor, Riga, Stutthof oder Bergen-Belsen. Nur zwei Enkelkinder überlebten. Das Buch macht diesen Weg von der Diskriminierung bis zur Vernichtung für Leser:innen jeden Alters nachvollziehbar.
Gertrud Althoff Pořadí knih (chronologicky)
1. leden 1941
