Die gegenwärtige Form von „Landgrabbing“ durch private und staatliche Investoren nimmt eine zentrale Rolle in diesem Band ein - wie in Kolumbien wo Paramilitärs die Bevölkerung von ihrem Land vertreiben und dieses an internationale Investoren verkaufen oder in Ghana, wo, wie auch in vielen anderen afrikanischen Ländern, Landgrabbing für die Produktion von Agrartreibstoffen immer mehr an Aktualität gewinnt. Die Enteignung von Land im Namen des Naturschutzes, sogenanntes Green Grabbing, wird anhand des Beispiels der Batwa in Uganda thematisiert. Landgrabbing findet freilich nicht nur auf nationaler Ebene statt, sondern auch innerhalb von familiären Kontexten. Besonders betroffen sind Frauen, deren Rechte auf Land in vielen Ländern aufgrund ungleicher Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern oft unsicher sind. „Landgrabbing“ soll sowohl in seiner aktuellen Ausprägung als auch in historischer Perspektive beleuchtet werden, Kontinuitäten in Bezug auf Landnahmen sollen sichtbar werden.
Birgit Englert Pořadí knih (chronologicky)



Der Band „Afrika im 20. Jahrhundert“ setzt eine Arbeit fort, die 2010 unter dem Titel „Afrika 1500 – 1900“ erschienen ist. In den beiden Bänden geht es, wie der gleichbleibende Untertitel signalisiert, um „Geschichte und Gesellschaft“ Afrikas. Die zugrunde liegende Ordnungsidee ist darum weniger chronologisch als vielmehr methodisch begründet: Die verschiedenen Aspekte der Geschichte Afrikas, dargestellt in Einzelbeiträgen, werden allesamt in historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive betrachtet.
Nord-Süd-Beziehungen sind eine ebenso gängige wie irreführende Bezeichnung für die ungleiche internationale Arbeitsteilung. Die daraus resultierende Abhängigkeit und die koloniale Inbesitznahme als „Nord-Süd-Beziehungen“ zu bezeichnen, verschleiert das Machtverhältnis, das der Kolonialen Expansion zugrunde liegt.