Fingierte Welten in der ägyptischen Literatur des 2. Jahrtausends v. Chr.
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Vor dem Hintergrund zweier bekannter Reiseberichte aus der pharaonischen Zeit verspricht dieses Buch, die Debatte über die altägyptische literarische Fiktion anzuregen. Nach einer Analyse der traditionellen ägyptologischen Kritik skizziert der Autor einen theoretischen Rahmen, in dem Werke wie Sinuhe oder Wenamun als literarische Fiktionen betrachtet werden können. Reisen ins Ausland und Grenzüberschreitungen erweisen sich überzeugend als die entscheidenden Kriterien der ägyptischen Fiktionalität. Im zweiten Teil des Werkes wird der Kontext gegeben, in dem gleichzeitig das Thema der Grenzüberschreitung als von spezifischer Bedeutung in der Kultur des alten Ägypten aufgezeigt wird. In seinem abschließenden Kapitel fungiert Gerald Moers als Wegweiser für den Leser durch eine neue Lektüre der altägyptischen Reiseliteratur. Fingierte Welten bietet somit eine historisch erweiterte Perspektive auf Fiktionalität und ist von besonderem Interesse nicht nur für Ägyptologen, sondern für alle, die sich für vergleichende Literatur interessieren.

