Abschied von der Macht
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Benns Briefpartnerin, die selbstbewußte junge Germanistin Astrid Claes, hatte die erste Dissertation über Benns Lyrik verfaßt und ihm geschickt; ihre späteren Fragen zu seinem Werk werden von Benn gelesen und, wie es scheint, zunächst recht summarisch beantwortet. Bald schon gilt Benns Interesse aber auch der angehenden Schriftstellerin: Astrid Claes schickt einige Gedichte und Erzählungen nach Berlin-Schöneberg, die auf großes Lob des berühmten Kollegen stoßen. Rund achtzig, bisher zum großen Teil unveröffentlichte Briefe Benns sind hier gesammelt und mit Anmerkungen von Bernd Witte versehen.
Abraham ist in Astrid Gehlhoff-Claes' neuem Drama der francistische General José Moscardó, welcher zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs im Juli 1936 eine von den Republikanern belagerte Festung hält. Diese bringen Moscardós empfindsamen Sohn Luis in ihre Gewalt und wollen den General zur Aufgabe der Festung zwingen, indem sie mit der Tötung seines Sohnes drohen. In eindringlichen poetischen Bildern und Rückblenden schildert die Autorin eine Vater-Sohn-Beziehung, die von dem Wunsch nach bedingungsloser Zuneigung geprägt ist, aber unweigerlich auf die Katastrophe zuzulaufen scheint. - In dem erstmals 1964 veröffentlichten Drama Didos Tod schließlich handelt es sich um ein raffiniertes Vexierspiel um die Frau Dido, die hinter der Legende der Königin von Karthago aus Vergils Aeneas zu verschwinden droht; eine von Einsamkeit und Angst gepeinigte Frau, die hier mit großer Einfühlungsgabe zum Sprechen gebracht wird.