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Der negative Horizont

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Es war 1843, als Heinrich Heine den Schock durch die Eisenbahn so beschrieb: „Welche Veränderungen müssen jetzt eintreten in unsrer Anschauungsweise und in unsren Vorstellungen! Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden. Durch die Eisenbahn wird der Raum getötet, und es bleibt nur noch die Zeit übrig.“ Paul Virilio zitiert diese berühmte Beobachtung häufig, weil sie eine Schlüsselszene in der modernen Geschichte bezeichnet und weil er die Erfahrung, daß Bewegung, beschleunigter Verkehr, Geschwindigkeit unsere Wahrnehmung und unser Verhalten verändern, zum Zentrum einer faszinierenden, überraschenden Geschichtstheorie macht: die Geschichte der Menschheit, ihrer Politik, ihrer Kultur, ihrer Empfindungen als die Geschichte von Bewegung, von Beschleunigung und von Geschwindigkeit. Das Kind auf dem Rücken der Mutter, Lasttiere, das Reitpferd, Schiffe, das Schießpulver, die Eisenbahn, das Flugzeug, die optische, dann die elektronische Nachrichtenübermittlung und schließlich die Laserwaffe, in der absolute Höchstgeschwindigkeit und Zerstörung zusammenfallen: Stationen auf dem Weg rasender Beschleunigung bis heute, bis zum Triumph der Geschwindigkeit, an der sich der Mensch berauscht und die sich als Gewalt schließlich gegen ihn wendet.

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Der negative Horizont, Paul Virilio

Jazyk
Rok vydání
1989
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(měkká)
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Titul
Der negative Horizont
Jazyk
německy
Vydavatel
Fischer
Rok vydání
1989
Vazba
měkká
Počet stran
290
ISBN10
3596125111
ISBN13
9783596125111
Série
Původní název
L' horizon négatif
Hodnocení
4 z 5
Anotace
Es war 1843, als Heinrich Heine den Schock durch die Eisenbahn so beschrieb: „Welche Veränderungen müssen jetzt eintreten in unsrer Anschauungsweise und in unsren Vorstellungen! Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden. Durch die Eisenbahn wird der Raum getötet, und es bleibt nur noch die Zeit übrig.“ Paul Virilio zitiert diese berühmte Beobachtung häufig, weil sie eine Schlüsselszene in der modernen Geschichte bezeichnet und weil er die Erfahrung, daß Bewegung, beschleunigter Verkehr, Geschwindigkeit unsere Wahrnehmung und unser Verhalten verändern, zum Zentrum einer faszinierenden, überraschenden Geschichtstheorie macht: die Geschichte der Menschheit, ihrer Politik, ihrer Kultur, ihrer Empfindungen als die Geschichte von Bewegung, von Beschleunigung und von Geschwindigkeit. Das Kind auf dem Rücken der Mutter, Lasttiere, das Reitpferd, Schiffe, das Schießpulver, die Eisenbahn, das Flugzeug, die optische, dann die elektronische Nachrichtenübermittlung und schließlich die Laserwaffe, in der absolute Höchstgeschwindigkeit und Zerstörung zusammenfallen: Stationen auf dem Weg rasender Beschleunigung bis heute, bis zum Triumph der Geschwindigkeit, an der sich der Mensch berauscht und die sich als Gewalt schließlich gegen ihn wendet.