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Kultur und Globalisierung

Marktmacht gegen Vielfalt

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»Globale kulturelle Vielfalt« war so lange selbstverständlich, wie sich nur eine Weltminderheit dafür interessierte. Seitdem sie thematisiert wird, ist sie in Gefahr. Von der Kultur zur Kommunikation, vom Volk zur »Öffentlichkeit«, vom Bürger zum Konsumenten: In den vergangenen 200 Jahren ging es immer um die Spannungen zwischen dem im Zeichen des Freihandels stehenden Projekt der »universellen Warenrepublik« und dem Universalitätsanspruch der von der Aufklärung verkündeten Werte, zwischen Bildungsbürgerkultur und Alltagskultur, zwischen dem Ethnozentrismus des Kulturkolonialismus und den Kämpfen um die Bewahrung der eigenen Identität, zwischen dem geschlossenen Raum des Nationalen und den grenzüberschreitenden Tendenzen usw. Heute besteht eine Frontstellung zwischen zwei unterschiedlichen Kulturauffassungen: hier eine auf dem global democratic marketplace angebotene »Dienstleistung«, dort ein »öffentliches Gemeingut«, ohne das das Wort »Demokratie« keinen wirklichen Sinn hätte. Innerhalb eines Globalisierungsprojekts, in dem der Markt allein den Takt vorgibt, wird »globale kulturelle Vielfalt« immer mehr zur Leerformel. Anderseits zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in der Kultur, dass keine fortschrittliche Position gegen deren globale Dimension anrennen kann. Die Frage stellt sich auch hier: Welche Art von Globalisierung wollen wir?

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Kultur und Globalisierung, Armand Mattelart

Jazyk
Rok vydání
2006
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Titul
Kultur und Globalisierung
Podtitul
Marktmacht gegen Vielfalt
Jazyk
německy
Vydavatel
Rotpunktverl.
Rok vydání
2006
Vazba
měkká
ISBN10
3858693286
ISBN13
9783858693280
Série
Původní název
Diversité culturelle et mondialisation
Anotace
»Globale kulturelle Vielfalt« war so lange selbstverständlich, wie sich nur eine Weltminderheit dafür interessierte. Seitdem sie thematisiert wird, ist sie in Gefahr. Von der Kultur zur Kommunikation, vom Volk zur »Öffentlichkeit«, vom Bürger zum Konsumenten: In den vergangenen 200 Jahren ging es immer um die Spannungen zwischen dem im Zeichen des Freihandels stehenden Projekt der »universellen Warenrepublik« und dem Universalitätsanspruch der von der Aufklärung verkündeten Werte, zwischen Bildungsbürgerkultur und Alltagskultur, zwischen dem Ethnozentrismus des Kulturkolonialismus und den Kämpfen um die Bewahrung der eigenen Identität, zwischen dem geschlossenen Raum des Nationalen und den grenzüberschreitenden Tendenzen usw. Heute besteht eine Frontstellung zwischen zwei unterschiedlichen Kulturauffassungen: hier eine auf dem global democratic marketplace angebotene »Dienstleistung«, dort ein »öffentliches Gemeingut«, ohne das das Wort »Demokratie« keinen wirklichen Sinn hätte. Innerhalb eines Globalisierungsprojekts, in dem der Markt allein den Takt vorgibt, wird »globale kulturelle Vielfalt« immer mehr zur Leerformel. Anderseits zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in der Kultur, dass keine fortschrittliche Position gegen deren globale Dimension anrennen kann. Die Frage stellt sich auch hier: Welche Art von Globalisierung wollen wir?