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Identität im Übergang: Kant

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Der Übergang von einem Zustand zu einem anderen prägt unser Leben und unsere Identität. Diese Identität ist nicht nur das, was wir trotz aller Übergänge bewahren, sondern auch das, was wir in ihnen neu gewinnen. Der erste Übergang, der ins Leben, geschieht gewaltsam und zwingt uns, ungefragt zu beginnen. Diese Kontingenz prägt alles, was folgt. Kant verdeutlicht, wie wir trotz dieser Zwangsläufigkeit letztlich frei und zwanglos leben können. Moralisch zu handeln bedeutet, dem zufälligen Anfang nachträglich zuzustimmen und unser aufgenötigtes Dasein aktiv fortzuführen. Kant zeigt, dass Handlungsregulierung und Kontingenzaneignung systematisch zusammenhängen. Dies ist ein Maßstab für jede Moralphilosophie: Es reicht nicht aus, Normen zu rechtfertigen; wir müssen auch verstehen, wie wir mit dem umgehen, was uns als Gegeninstanz unseres Handelns begegnet. Es ist eine Herausforderung, mit dem Zufall zu leben – sowohl mit dem, der uns trifft, als auch mit dem, der wir selbst sind. Dieser Versuch, Kants Gedanken phänomenologisch zu interpretieren, zielt darauf ab, die begriffliche Rekonstruktion mit anschaulicher Beschreibung zu verbinden. So wird die formale Theorie der Identität als Ergebnis der Selbstbesinnung handelnder Subjekte verständlich, als Entfaltung der unabweisbaren Forderungen und notwendigen Unterstellungen in ihrem Bewusstsein.

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Identität im Übergang: Kant, Manfred Sommer

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Rok vydání
1988
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