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Muss ein Geschenk frei gegeben werden? Wie unterscheiden wir Geschenke von Bestechungen? Diese Fragen prägen unser Verständnis sozialer Beziehungen, sowohl historisch als auch gegenwärtig. In ihrer Untersuchung des Schenkens im frühneuzeitlichen Frankreich zeigt die Autorin, wie der Austausch von Geschenken entscheidend ist, um Allianzen und Konflikte in Familien, Wirtschaft, Politik und Religion zu verstehen. Von königlichen Geschenken bis zu Almosen für Bettler erforscht sie die Formen und Bedeutungen des Schenkens in der französischen Gesellschaft des sechzehnten Jahrhunderts. Dies führt zu einer neuen Perspektive auf Geschenke—als einen dauerhaften Aspekt sozialer Beziehungen über die Zeit. Schenken kann Freundschaft fördern oder Streitigkeiten hervorrufen, indem es das Freiwillige mit dem Obligatorischen verbindet und von Bestechung bis zu echter Großzügigkeit reicht. Durch ethnographische Quellen wie Archive und Briefe sowie kulturelle Perspektiven wie Literatur und Ethik argumentiert die Autorin, dass nicht der Wettbewerb auf dem Markt, sondern coercive Elemente im Familienleben und in der Politik das Schenkensystem störten. Dieses nachdenklich stimmende Werk legt nahe, dass das Verständnis der Bedeutung von Geschenken unsere sozialen Interaktionen heute bereichern kann.
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Die schenkende Gesellschaft, Natalie Zemon Davis
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