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Die Geschichte von Zuckerberg, Wiesenthal, Streisand, Ringelblum, Geizhals und anderen Familiennamen osteuropäischer Juden wird im Kontext der Namensannahme im 18. Jahrhundert beleuchtet. Hunderttausende Juden in den österreichischen Provinzen Galizien und Bukowina nahmen damals neu geschaffene deutsche Familiennamen an. Johannes Czakai präsentiert die erste umfassende wissenschaftliche Studie zu diesem bedeutenden Kapitel jüdischer Geschichte, das bislang nur durch Anekdoten bekannt war. Anhand unbekannten Archivmaterials verfolgt der Autor das Leben des jüdischen Kleinhändlers Nochem aus Lemberg und zeigt, wie die neuen Namen die jüdische Lebenswelt in Ostmitteleuropa nachhaltig veränderten. Die Namensannahme erscheint als ein widersprüchlicher Prozess, der vor allem staatliche Kontrollmechanismen förderte. Juden waren jedoch nicht nur passive Empfänger dieser Politik, sondern nutzten die Zwangsmaßnahme aktiv zu ihrem Vorteil. Czakai ergründet die teils verblüffende Geschichte hinter den neu kreierten Namen und bietet einen originellen Blick auf die jüdisch-staatlichen Interaktionen in der sich modernisierenden Habsburgermonarchie. Seine Arbeit wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Wissenschaftlichen Förderpreis des Botschafters der Republik Polen und dem Alfred Haverkamp Förderpreis.
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Nochems neue Namen, Johannes Czakai
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