Gerald Wiemers 1941-2021
Archivar – Historiker – Publizist




Archivar – Historiker – Publizist
Die Transformation des DDR-Hochschulwesens nach 1989/90 in typologisch-vergleichender Perspektive
Mit der Krise und dem Umbruch der DDR in 1989 setzte der als "Hochschulumbau Ost" bekannte Transformationsprozess des DDR-Hochschulwesens ein und dauerte bis Mitte der 1990er an. Welche Schlussfolgerungen lassen sich vor dem Hintergrund wieder deutlich zunehmender Debatten über den Charakter der Transformationsvorgänge seit 1989/90 für die hochschulbezogene Transformationsforschung ziehen? Welche Defizite und Probleme, aber auch welche Perspektiven zeigen sich? Die Autorinnen und Autoren des Tagungsbandes gehen diesen Fragen nach und geben in einem ersten Schwerpunkt einen kritisch-analytischen wie typologisch-vergleichenden Rückblick über die ostdeutsche Hochschultransformation und ordnen diese in eine bis in die Gegenwart reichende Langzeitperspektive ein. In einem zweiten Schwerpunkt geht es um die Quellen-, Archiv- und Rechtslage und um damit verbundene künftige Forschungsansätze. Die mitunter heftigen Debatten 2019 zum 30. Jahrestag der "Friedlichen Revolution" in der DDR und zum gegenwärtigen Zustand der "neuen Bundesländer" haben die Notwendigkeit eines solch kritischen Rückblicks auf die Transformation, ihre Folgen und mögliche Alternativen noch einmal nachdrücklich unterstrichen.
Friedrich Hermann Ilgen war ein ganz besonderer Mann, eine schillernde Persönlichkeit! Er wurde in Wurzen 1856 geboren und erhielt 1929 die Ehrenbürgerwürde seiner Geburtsstadt. Nachdem er mit großem Geschick bei Immobiliengeschäften zu Reichtum gekommen war, hat er sich gegenüber seiner Vaterstadt Wurzen, der Universität Leipzig, deren Ehrensenator er wurde, und auch gegenüber der Stadt Dresden, wo er bis zu seinem Lebensende 1940 wirkte, in äußerst großzügiger Weise als Mäzen und Förderer der Kunst gezeigt. In Dresden hat er in vielfältigster Weise durch seine Bautätigkeit das Stadtbild mitbestimmt.
Die Universität Leipzig, an der die SED früh versuchte, ihren politisch-ideologischen Einfluss durch die FDJ zu festigen, hat anlässlich einer Ausstellung eine Broschüre über den Widerstand der Studenten veröffentlicht. Diese dokumentiert den Weg von der politischen Auseinandersetzung zur Kriminalisierung politischer Aktivitäten anhand dreier Gruppen. Eine Liste mit über 80 verhafteten Studenten zeigt die Ausschaltung demokratischer Kräfte. Durch Abschreckung, mit Strafen von Tod durch Erschießen bis hin zu langjähriger Zwangsarbeit im sowjetischen GULAG, sollte der Widerstand gebrochen werden. Die Broschüre enthält zahlreiche, meist faksimilierte Dokumente, die das Schicksal dieser Widerstandsgruppen ins Gedächtnis zurückrufen. Zunächst wird die Gruppe um Herbert Belser behandelt, der zum Tode verurteilt und am 28.4.1951 erschossen wurde, während die anderen zur Zwangsarbeit nach Workuta verbannt wurden. Auch das Schicksal des christlichen Studenten Werner Ihmels, der 1947 im Zuchthaus Bautzen inhaftiert wurde und 1949 dort starb, wird beschrieben. Zudem wird an die bekannteste studentische Widerstandsgruppe um Wolfgang Natonek erinnert, der im November 1948 von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet wurde. In der nun in zweiter, erweiterter Auflage vorliegenden Broschüre werden auch zwei weitere Gruppen um Gerhard Rybka und Axel Schroeder sowie das Schicksal des Theologiestudenten Heinz Eisfeld dokumentiert, die 1951/52 du