Kurzfassungen
Über das Komprimieren von Literatur




Über das Komprimieren von Literatur
Wissenschaft und Forschung wären ohne Veröffentlichungen in Zeitschriften, Monografien, Sammelbänden oder Handbüchern undenkbar. Doch wie wirken sich die Bedingungen der Produktion und Zirkulation von Texten auf die Arbeitsweise und das Selbstverständnis der Wissenschaften aus? Wie frei und unabhängig ist ein System, das nicht nur von Erkenntnis-, sondern auch von Verwertungsinteressen bestimmt ist? Kurz: Wie funktionieren Publikationsregime? Um diese Fragen geht es im Jubiläumsheft des 'Mittelweg 36', dessen erste Ausgabe vor 30 Jahren im April 1992 erschien.'Die Wissenschaft ist von den Infrastrukturen, in denen sie publik gemacht wird, in einem hohen Maße abhängig. Gerade weil das Publikationssystem für die Funktionsweise und das Selbstverständnis der Wissenschaften - auch der Geistes- und Sozialwissenschaften - so zentral ist, haben die meisten grundlegenden Probleme, mit denen die geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen konfrontiert sind, einen wahrnehmbaren Nachhall in diesem System. Aus diesem Grund erweist sich das Publikationswesen nicht nur als ein für sich genommen zentraler und deshalb interessanter Bereich wissenschaftlicher Aktivität, es ist vielmehr ein privilegierter Beobachtungsposten für die weitreichenden Veränderungen und Verwerfungen, die sich in den Wissenschaften und ihren gesellschaftlichen Umgebungen abspielen. Genau darauf zielt der Begriff des ›Publikationsregimes‹'. Carlos Spoerhase
Die "Zeitschrift für Ideengeschichte" fragt nach der veränderlichen Natur von Ideen, seien sie philosophischer, religiöser, politischer oder literarischer Art. Herausragende Fachleute aus allen Geisteswissenschaften gehen in originalbeiträgen der Entstehung, den zahlreichen Metamorphosen, aber auch dem Altern von Ideen nach. Dabei erweist sich manch scheinbar neue Idee als alter Hut. Und umgekehrt gilt es, in Vergessenheit geratene Ideen neu zu entdecken. Die "Zeitschrift für Ideengeschichte" wird von den großen deutschen Forschungsbibliotheken und Archiven in Marbach und Wolfenbüttel, der Klassik Stiftung Weimar, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie dem Wissenschaftskolleg zu Berlin gemeinsam getragen. Mögen die Quellen der Zeitschrift im Archiv liegen, so ist ihr intellektueller Zielpunkt die Gegenwart. Sie beschreitet Wege der Überlieferung, um in der Jetztzeit anzukommen; sie stellt Fragen an das Archiv, die uns als Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts beschäftigen.
"Adorno" – am Vorabend seines 50. Todestages begibt die ZIG sich in die heroische Epoche der Kritik. Das Heft spürt einem ästhetisch theoretischen Denken nach, das für seine Zeit unbedingte Geltung beanspruchen durfte ¬–¬ ohne Scheu vor dialektischen Beobachtungen und eigenen, großen Fragen. Wie sieht es mit der ideenpolitischen Praxis der kritischen Theoretiker aus? Wie verhält sich philosophische Kulturkritik zur intellektuellen Intervention und allgemeinen Expertise? Und was kann Kritik heute überhaupt noch ausrichten? Mit Beiträgen von Andrea Albrecht, Hans Magnus Enzensberger, Eva Geulen, Christoph Möllers, Ulrich Raulff und vielen weiteren.