Nathalie Grenzhaeuser arbeitet mit Fotografie und untersucht die Wahrnehmung von Landschaftsräumen im Übergang und anthropogener Veränderung. Ihr künstlerisches Interesse gilt den unterschiedlichen Vorstellungen und inneren Bildern, die diese Räume hervorrufen. Sie nutzt analoge und digitale Techniken, um Perspektiven neu zu konstruieren und die Beziehungen zwischen Bildelementen zu erforschen. Durch ihre Darstellung lenkt sie den Blick des Betrachters auf wesentliche Zusammenhänge und Fragen im Kontext der Orte. Stilistische Mittel wie der Einsatz von „Fehlern“ im Bild helfen, das Sichtbare mit dem Unsichtbaren zu verflechten. Grenzhaeuser beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem arktischen Landschaftsraum. Nach einer Vorbereitungsphase am HWK war sie drei Wochen an der AWIPEV Station in Ny Alesund auf Spitzbergen. Ihr Fokus lag auf der arktischen Forschung des 21. Jahrhunderts, insbesondere auf klimarelevanten Messmethoden wie Aerosol-, Treibhausgas- und Ozonmessungen. Sie erforschte auch die Materialität von Schnee und Eis sowie die kulturellen Mythen und den Wandel Ny Alesunds von einem Bergbauort zu einer Forschungsbasis. Ihre Arbeiten umfassen Bild-, Film- und Audioskizzen, die klimarelevante, astronomische und meteorologische Phänomene dokumentieren. Ihr Aufenthalt am HWK bis Ende Januar 2016 dient der Nachbereitung des Materials, das in einer zweiteiligen Soloshow präsentiert wird.
Nathalie Grenzhaeuser Pořadí knih



- 2016
- 2014
- 2011
Die erste umfassende Monografie der Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser verbindet ihre beiden wichtigsten fotografischen Serien der letzten vier Jahre. Ihre Bilder führen in wenig bewohnte Regionen, wie das arktische Spitzbergen und das australische Outback. Selbst dort, wo Zivilisation scheinbar endet, hinterlassen massive menschliche Eingriffe ihre Spuren, die Grenzhaeuser eindrucksvoll festhält. Doch ihre Fotografien sind mehr als bloße Dokumentationen. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass Schatten in unterschiedliche Richtungen fallen, Bildelemente perspektivisch nicht zusammenpassen oder ein dramatischer Himmel der kargen Szenerie zusätzliche Intensität verleiht. Grenzhaeusers Vorgehen kann als Landschaftsmalerei mit anderen Mitteln beschrieben werden. Ähnlich wie die alten Meister, die in die Natur gingen und vor Ort Skizzen anfertigten, um im Atelier großformatige Gemälde zu schaffen, nutzt Grenzhaeuser digitale Bearbeitung, um aus Fotos vorgefundener Orte allgemein gültige Bilder zu kreieren. Diese Bilder sind letztlich auch Ikonen der Globalisierung und reflektieren die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur in einer sich wandelnden Welt.