Cleavage Formation in the 21st Century
How Social Identities Shape Voting Behavior in Contexts of Electoral Realignment
- 102 stránek
- 4 hodiny čtení



How Social Identities Shape Voting Behavior in Contexts of Electoral Realignment
Eine politische Vermessung
Der Gegensatz zwischen Stadt und Land ist eine der bedeutendsten politischen Konfliktlinien unserer Zeit und wirkt sich zunehmend auf die föderale Konsensdemokratie der Bundesrepublik aus. Die Kluft zwischen urbanen Zentren und der Peripherie wächst, während Parteien versuchen, lokale Identitäten politisch zu mobilisieren. Lukas Haffert untersucht die Geografie dieser neuen Polarisierung in Deutschland, die bei der Bundestagswahl 2021 besonders ausgeprägt war. Der Stadt-Land-Konflikt prägt die politische Landschaft, und der Aufstieg des Rechtspopulismus ist nur eine Facette dieses Phänomens. Haffert argumentiert, dass die Konflikte intensiver werden, wenn sich ökonomische Strukturen und Lebensstile in großen Städten stark von denen auf dem Land unterscheiden. Er analysiert, warum diese Unterschiede in unserem kapitalistischen System zunehmen und welche politischen Folgen das hat. Haffert zeigt den Zusammenhang zwischen wachsenden Stadt-Land-Gegensätzen, dem Aufstieg der AfD, den Erfolgen der Grünen und den Repräsentationslücken im deutschen politischen System. Die Kritik an der vermeintlich abgehobenen Elite in Berlin wird als Versuch gedeutet, diesen Gegensätzen politische Sprengkraft zu verleihen. Die Grünen und die AfD stehen dabei als Exponenten einer neuen Stadt-Land-Spaltung im Fokus.
Über die Schattenseiten ausgeglichener Haushalte | Das Mantra der Fiskalpolitik von Wolfgang Schäuble
Als sich abzeichnete, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble schon 2014 einen Haushalt ohne neue Schulden geschafft hatte, klopften sich die Politiker der großen Koalition enthusiastisch auf die Schultern: Von einem »Meilenstein« war die Rede, von einem »Quantensprung« und von einer »historischen Zäsur«. Im Land der schwäbischen Hausfrauen verkörpert die »schwarze Null« Solidität und den Erfolg des deutschen Wirtschaftsmodells. Doch was verbirgt sich hinter dieser symbolmächtigen Zahl? Lukas Haffert untersucht die große Popularität der deutschen Überschüsse in historischer und vergleichender Perspektive. Er zeigt, welche Erfahrungen andere Länder mit ausgeglichenen Haushalten gemacht haben, und leitet daraus wichtige Lehren ab. Sein Fazit ist ernüchternd: Deutschlands Fiskalpolitik folgt gegensätzlichen Zielen, zwischen denen die Handlungsfähigkeit des Staates zerrieben wird. Die »schwarze Null« löst diese Zielkonflikte nicht etwa auf, sie verschärft sie zum Teil sogar.