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Hauptsache Deutsch. Die einen erinnern an Adolf Hitler, weil sie damit gehört werden. Die anderen erinnern an Auschwitz, weil sie damit gehört werden. Hauptsache Deutsch.
Der in Berlin lebende Erzähler pendelt zwischen der Großstadt und der ländlichen Umgebung hin und her, um den "Wald" der Dreimillionenmetropole zu betrachten, den er im Zentrum der Stadt vor lauter Bäumen nicht sieht. Er führt durch das Durcheinander der Ansichten über Berlin, indem er sich unterschiedliche Blickwinkel der Bewohner zu eigen und deren Gefühle erkennbar macht. Er erzählt von der Unwirtlichkeit einer Stadt, die zur Baustelle geworden ist. Er begeht die Glitzerbezirke und spürt die Armenschließfächer auf - bis er in der ausgeprägten Verschiedenheit des vorgefundenen Materials das Erstrebenswerte sieht und darauf seine Liebeserklärung an eine häßliche Stadt gründet: "Schöne Stadte sind langweilig. Häßliche Städte sind schön."
Die Debüt-Erzählung des Autors verbindet mit einer Liebesgeschichte zugleich das Porträt der Großstadt Berlin
Gegenstand der Erzählung Nervöse Leser sind nicht die Gefühle, sondern die Taten aus Eifersucht und wie sich mit ihnen leben läßt.
Bodo Morshäuser erzählt von ehemaligen Westberlinern. Der Erzähler kehrt von Reisen kreuz und quer um die Welt ins vereinigte Berlin zurück. In diesem Sommer, den er im Abstand zur Stadt in einer Villa am Wannsee verbringt, trifft er immer wieder einen Mann und eine Frau, den Freund und die Freundin. Diese Begegnungen aktualisieren scheinbar Vergessenes: Die Gewalt im Liebesspiel mit der Freundin erweist sich als lustvolle Wiederholung früher erlittenen Schmerzes. Und das Brandenburg-Durchfahren und -Entdecken mit dem Freund entpuppt sich als Wiederbegegnung mit dem untergegangenen Staat. Jedes Neuland birgt eine Altlast in sich. So wird der Sommer der Entdeckungen der Sommer der Wiederbegegnungen.