Spuren Preußens in Nordrhein-Westfalen
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Die Hanse ist heute ein zentraler Bezugspunkt für Mittelaltermärkte und Kostümfeste, doch wie viel historische Wahrheit steckt im modernen Hansebewusstsein? Der Autor untersucht die faszinierende Handelsgemeinschaft, die über Jahrhunderte ohne feste Strukturen existierte und dabei erstaunlich gut funktionierte.
Malereien von Martin Lersch
Konrad Duden, geboren 1829 in Lackhausen, prägte mit seinem 1880 veröffentlichten "Vollständigen orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache" die Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung. Ab der 9. Auflage (1915) wurde das Werk unter dem Titel "Duden" bekannt und zum Begriff. Duden beschäftigte sich nicht nur mit formellen Regeln, sondern auch mit der Tiefe von Wortbedeutungen und deren historischer Entwicklung. Erst durch die Berücksichtigung von Nebenbedeutungen und Akzentsetzungen offenbart sich der Reichtum der deutschen Sprache. Diese Vieldeutigkeit verbindet Duden mit dem Künstler Martin Lersch, dessen Duden kein Regelwerk für seine Malereien darstellt. Die in dieser Sammlung versammelten Künstlernamen sind alphabetisch geordnet und könnten durch andere ergänzt oder ersetzt werden. Alle Bilder stammen von Lersch, der den Werken anderer Künstler, die ihn inspirierten, seinen eigenen Stempel aufdrückt. Lersch sieht Ordnungssysteme als sinnvoll, jedoch nie als vollendet an. Das Sortieren in Schubladen ist wichtig für die Orientierung, sollte aber offen bleiben. Die Botschaft von Lersch könnte lauten: Fülle deine Schubladen mit Inhalten, die du dir angeeignet hast, und schreibe deinen eigenen Duden. - Veit Veltzke, LVR-Niederrheinmuseum Wesel.
Wer war der Mensch, Staatsmann und Feldherr Napoleon, der als Erbe der Revolution das alte Europa umstürzte und sein Empire auf neuen Fundamenten zu gründen versuchte? Diese fiktive Biographie entwirft ein farbiges Jugendschicksal an der Seite Napoleons, basierend auf zeitgenössischen Memoiren. Der Held ist ein vierzehnjähriger Junge vom Niederrhein, der durch seinen Dienstherrn in Paris in den Pagendienst Napoleons gelangt. Auf der Reise des Kaisers an den Niederrhein 1811 entfernt er sich jedoch ohne Erlaubnis vom kaiserlichen Reisezug, um seine Heimatstadt und Jugendliebe zu sehen. Dieser Schritt hat weitreichende Folgen: Er verlässt den Pagendienst, tritt in die französische Armee ein und erlebt das Grauen des Russlandfeldzugs 1812. Durch glückliche Umstände gelingt ihm die Rückkehr nach Paris, wo seine Begeisterung für den Kaiser jedoch ernüchtert ist. In der Konstellation der Hauptfiguren – um den Helden versammeln sich sein Freund Antoine, ein alter Jakobiner, der Napoleon seinen Staatsstreich nicht vergeben kann, und Rachel Rubin, die Tochter eines jüdischen Händlers – werden die Leistungen und Grenzen von Napoleons Reformpolitik sowie deren Verhältnis zur Revolutionszeit thematisiert.
Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten
Pflicht, Pünktlichkeit, Härte und Gehorsam. Wer an Preußen denkt, dem fallen meist gerade solche Attribute ein. Doch was war Preußen eigentlich? Gab es in Preußen auch eine „weiche“ Seite? Gehörte zum Land der Pflicht auch das Recht auf Glück und Bildung, eine gefühlvolle Romantik und gar eine Kultur des Ungehorsams? War Preußen nur ein Staat oder gab es auch ein preußisches „Volk“? War der preußische Adler das Wappentier für einen „militaristischen“ Obrigkeitsstaat, der schließlich ganz Deutschland in seinen Klauen hielt? Oder doch ein Rechts- und Kulturstaat, von dem die Bundesrepublik bis heute zehrt? Und sind wir vielleicht preußischer als wir denken?
Ziel der Expedition war die Sprengung der englischen Pipeline am Persischen Golf im Bündnis mit Beduinenstämmen. Hauptmann Klein erfüllt seinen Auftrag und gewinnt die schiitische Geistlichkeit in Kerbela für die Erklärung des 'Heiligen Krieges' gegen England, Russland und Frankreich. Später kämpft der Hauptmann mit persischen Stammesreitern gegen russische Truppen im Westen des heutigen Iran. Archäologen, Ingenieure, Globetrotter und Abenteurer gehören zum bunten Bild seiner Expedition. Mit vielen Ausschnitten aus den Originalquellen und bisher unveröffentlichten historischen Fotografien wird die Geschichte dieses 'deutschen Lawrence von Arabien' wissenschaftlich fundiert und spannend erzählt. Der Leser begleitet die Gruppe Klein auf ihren geheimnisvollen Wegen im osmanischen Reich kurz vor seinem Untergang und im Reich des persischen Löwen. Dieser Einsatz und die Begegnung mit fremden Kulturen verändert ihr Leben entscheidend. Hauptmann Klein wird noch im Ersten Weltkrieg zum entschiedenen Kritiker des europäischen Imperialismus. Die Geschichte liest sich wie ein Krimi und ist heute aktueller denn je: Der Kampf ums Öl, die Konflikte auf der arabischen Halbinsel und im Iran oder die Frage eines deutschen Militäreinsatzes im orientalischen Raum – brisante Themen, heute wie vor 100 Jahren!
Der Band erscheint begleitend zur Ausstellung im Preußen-Museum NRW, die vom 11. Februar bis zum 1. Juli 2007 in Wesel und Minden gezeigt wird. Er fasst den aktuellen Forschungsstand zur „Franzosenzeit“ im heutigen Nordrhein-Westfalen zusammen und bietet ein umfassendes Panorama der Verhältnisse während Napoleons Regierungszeit in den linksrheinischen Gebieten des französischen Kaiserreichs sowie den rechtsrheinischen Regionen des Großherzogtums Berg und des Königreichs Westfalen. Für viele Zeitgenossen galt Napoleon als Gestalter des Fortschritts in Gesellschaft und Politik. Er lenkte die Französische Revolution in geordnete Bahnen, trat als Gesetzgeber und Integrationsfigur hervor und präsentierte sich seit seiner Kaiserkrönung 1804 als Imperator und Bürgermonarch. Die linke Rheinseite wurde 1801 Teil des französischen Staates, während auch die rechtsrheinischen Satellitenstaaten Neuerungen unter napoleonischen Vorzeichen einführten. Diese führten zu grundlegenden Modernisierungsprozessen in verfassungsstaatlicher und gesellschaftlich-politischer Hinsicht, insbesondere im Rechtswesen, der Judenemanzipation, der Kommunalverfassung und den wirtschaftlichen Strukturen. Gleichzeitig war die Besatzungspolitik geprägt von hohen Militärkosten, Schutzzöllen und dem wirtschaftlichen Niedergang der rechtsrheinischen Gebiete.