Flüsse sind (genauso wie Meere oder Gebirge) seit jeher ein prägender Bestandteil von Räumen. Sie dienen als natürliche Grenzen, formen den Charakter einer Landschaft und prägen das Bild ganzer Regionen. Für die Wahrnehmung eines geografischen Raumes spielen Flüsse daher eine ganz wesentliche Rolle, und sie sind selbst aktiv an der Konstitution von Räumen beteiligt. In politischer Hinsicht sind Flüsse oftmals umkämpfte Grenzen oder Orte kriegerischer Auseinandersetzungen und können zur Projektionsfläche für nationale Diskurse werden. Gleichzeitig bilden sie aber auch Räume des Kontakts, in denen kulturelle Transfer- und Austauschprozesse stattfinden; als solche tragen sie entscheidend zur Herausbildung von Raumkulturen bzw. zur Entstehung von Kulturräumen bei. Die Vielfalt der Flusslandschaften zu umreißen und zugleich den Begriff zu konturieren, ist ein Ziel des vorliegenden Bandes.
Andrea von Hülsen-Esch Pořadí knih (chronologicky)



Mathilde
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Am 5. November 1011 starb Äbtissin Mathilde von Essen. Annähernd 40 Jahre lang hatte die Enkelin Kaiser Otto des Großen dem Essener Frauenstift vorgestanden. Die Geschichte des Stiftes ist nicht arm an beeindruckenden Frauengestalten, doch war es Mathilde, welche die prägendsten Spuren hinterließ. Reichtum und Erlesenheit des Essener Schatzes gehen auf Mathildes Amtszeit zurück. Ihre Bedeutung reicht zudem weit über Essen hinaus. Mathilde band das Stift eng an die Politik des Kaiserhauses an. Sie sorgte dafür, dass die Herrscher dem Stift seine Privilegien bestätigten und seinen Besitz vermehrten. Der noch erhaltene Essener Westbau ist steinernes Monument ihrer Bildung und ihres herrschaftlichen Anspruchs. Die Goldene Madonna, in ihrer Amtszeit entstanden, ist die älteste vollplastische Mariendarstellung der Welt. Sie und der von Mathilde in Auftrag gegebene Holz-Kruzifix in Aschaffenburg gehören zu den wenigen erhaltenen Großplastiken aus der Zeit vor 1000. Der von ihr geschenkte Siebenarmige Leuchter diente bis in die frühe Neuzeit als Totenleuchter für die Verstorbenen in Essen. Anlässlich des 1000. Todestages der Äbtissin hat die Domschatzkammer Essen gemeinsam mit Studierenden des Kunsthistorischen Instituts der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität eine Ausstellung zu Mathilde erarbeitet. Dieser Band ist Katalog und Lesebuch zugleich.