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Roland Graf

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    • Adeliger Luxus und städtische Armut

      Eine soziokulturelle Studie zur Geschichte der Schokolade in Mitteleuropa vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

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      Kakao und Schokolade haben ihre Wurzeln im präkolumbianischen Amerika und wurden erst im 16. und 17. Jahrhundert Teil des transatlantischen Handels. Zunächst ein spanisches Unterfangen, eroberten England, Frankreich und die Niederlande im 17. Jahrhundert die Karibik. Mit der Zunahme der Kakaokultivierung wuchs die europäische Nachfrage, und Schokolade etablierte sich als edles Luxusgut, das bis ins 18. Jahrhundert seinen Status behielt. Der riskante Handel und die hohen Kosten der bevorzugten Zutaten trugen dazu bei, dass Schokolade nicht von amerikanischen Sklaven, sondern von europäischen Spezialisten hergestellt wurde. In den europäischen Metropolen, die gut mit den Handelsrouten verbunden waren, diente Schokolade dem Adel als Mittel zur Distanzierung von den unteren Klassen. Sie fand ihren Weg als nahrhaft-erotisches Getränk und Genussmittel in adelige Kreise. Mit der steigenden Kakaoproduktion konnte auch die bürgerliche Klasse Schokolade in Kaffeehäusern genießen, wodurch ihr adeliges Image schwand. Bis zur Etablierung des Schokolademacherhandwerks wurde Schokolade von Dienstmädchen und Wanderarbeitern hergestellt. Europäische Einflüsse, insbesondere die Versüßung mit Zucker, prägten die Zubereitung. Mitte des 18. Jahrhunderts gründete sich die Wiener Bruderschaft der Schokolademacher, doch die Herstellung war oft unprofitabel. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde Schokolade in Form von Tafelschokolade zum

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