Das Buch reflektiert auf vierzig Jahre theologischer Arbeit an der Universität Wien. Teil 1: Erinnerungen betrachtet wichtige Etappen, während Teil 2: Reflexionen zentrale Momente und deren Gründe beleuchtet. Der Exodus in die Wüste symbolisiert Befreiung und lässt erahnen, was hinter dem unermüdlichen Streben stand.
Die Beziehung der Kirche sowie der Christinnen und Christen zum Judentum ist existenziell grundlegend und muss auch heute weitergetragen werden. Die Erneuerung der Kirchen aus dem christlich-jüdischen Dialog bietet viele unausgeschöpfte Themen, die in der kirchlichen Praxis noch nicht vollständig umgesetzt sind. Der 290. Band in der Reihe Quaestiones disputatae mit dem Titel "Erneuerung der Kirchen" fungiert als Weckruf, um die Impulse von Nostra aetate auch im sechsten Jahrzehnt nach dem Konzil zu betonen. Mit dem zeitlichen Abstand seit dem Konzil wird klarer, in welche Richtung der Weg führt. Die Beiträge zeigen das spannende theologische Feld, das weiter erschlossen werden möchte. Die existenziell grundlegende Beziehung zur jüdischen Wurzel darf nicht nur in formelhaften Beteuerungen verbleiben. Angesichts des wachsenden Antisemitismus in Europa ist es eine essentielle Aufgabe von Theologie und Kirche, die Zusammenarbeit mit dem Judentum klar sichtbar zu machen. Der Band enthält Beiträge von Philip A. Cunningham, Klaus Davidowicz, Peter Ebenbauer, Bruno Forte, Rainer Kampling, Edward Kessler, Armin Lange, Regina Polak, Johanna Rahner, Norbert Reck, Stefan Schima, Roman A. Siebenrock und Wolfgang Treitler.
„Die Fragen der Toten bleiben – und mit ihnen die Hoffnung, dass wir aus ihnen und ihren Geschichten lernen werden. Hören wir sie noch?“ Die Fragen der Toten und ihrer Zeugen haben nicht nur ein Anrecht auf Gegenwart – sie werden in ihrer Präsenz auch zu Fragen, die die Fundamente des christlichen Glaubens erschüttern. Wo der Blick die jüngere Vergangenheit durchstreift, sind es Autoren wie Elie Wiesel und Jean Améry, die durch ihre Fähigkeit zu schreiben und durch ihren Mut, das Unglaubliche, das sie erlebt und erlitten und erträumt hatten, auch zu bezeugen, den Fragen nochmals mehr Tiefe geben. An Autoren wie Elias Canetti zeigt sich, wie es möglich ist, der Wucht solcher Fragen zu entkommen und die Wortkunst zu nutzen, um sich abzudichten gegen alles Unglaubliche. Wolfgang Klaghofer zeigt, dass es gegen die allgemeine und religiöse Taubheit die Größe und Wucht der Fragen zu erhalten gilt, die die Kraft in sich tragen, die Ahnung des unbegreiflichen Gottesgeheimnisses zu wecken. Das Buch dient somit der Erinnerung der Shoa und ihrer Folgen, die sich ganz unterschiedlich an Canetti, Améry und Wiesel auswirkten.