Politischer Antisemitismus 1869-1945 und die Evangelische Kirche
Ein Studienbuch
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Ein Studienbuch
Pfarrer in Bochum von 1884-1892 und der Evangelische Arbeiterverein.
Peter Yorck von Wartenburg (1904–1944) gehört zu den Schlüsselfiguren des Widerstands gegen Hitler. Auf der Grundlage vieler bislang unbekannter Dokumente beschreibt Günter Brakelmann, wie aus dem preußischen Adligen der „demokratische Graf“ wurde, der zusammen mit Helmuth James von Moltke im Kreisauer Kreis ein Deutschland nach Hitler plante und zusammen mit Claus von Stauffenberg das Attentat vom 20. Juli 1944 vorbereitete. Das schlesische Gut Klein-Oels war eine Welt für sich: Peter Yorcks Großvater hatte hier die größte Adelsbibliothek Deutschlands zusammengetragen. Sein Vater sprach sieben Sprachen und legte Wert auf seine „loyale Opposition“ gegen den Kaiser. Das antike Griechenland war den zehn Geschwistern ebenso nah wie Preußen. Günter Brakelmann schildert einfühlsam die familiären Traditionen, aus denen heraus Peter Yorck Jurist wurde, auf eine Karriere als Beamter verzichtete und schließlich zusammen mit seiner Frau Marion in den Widerstand ging. Nach Stephan Hermlins Erzählung „Der Lieutnant Yorck von Wartenburg“ von 1946 liegt mit diesem Buch die erste Biographie über eine der eindrucksvollsten Gestalten des deutschen Widerstands vor.
1933 war das Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Und es war das Jahr, in dem sich der Geburtstag Martin Luthers zum 450. Male j hrte. Die Nationalsozialisten nutzten dieses Jubil um, um die ideologische Einbindung der protestantischen Kirchen in das nationalsozialistische Herrschaftssystem zu verfestigen. Dies hat zur Voraussetzung gehabt, dass sich der Protestantismus in Deutschland - von wenigen Ausnahmen, wie z.B. den religi sen Sozialisten, abgesehen - schon w hrend der Zeit der Weimarer Republik dem Nationalsozialismus angen hert hatte. Zugespitzt auf das Thema Luther - Hitler" stellt G nter Brakelmann in diesem Band quellenorientiert dar, wie dieses Thema 1933 im deutschen Protestantismus verhandelt worden ist.
Günter Brakelmann schildert anschaulich den außergewöhnlichen Lebensweg von Helmuth James von Moltke, einem der bedeutendsten Widerstandskämpfer gegen Hitler und Gründer des Kreisauer Kreises. Auf der Grundlage neuer Quellen wird Moltkes charismatische Persönlichkeit lebendig, und sein Denken sowie Handeln werden im historischen Kontext verständlich. Diese umfassende Biographie stellt ein wichtiges Standardwerk dar. Auf dem schlesischen Gut Kreisau geboren, erhielt Moltke eine britisch-liberale Erziehung. Er engagierte sich früh sozial, knüpfte Kontakte zu Politikern und Intellektuellen und kritisierte offen Hitlers Aufstieg. Um nicht der NSDAP beizutreten, verzichtete er auf eine Richterlaufbahn. In Berlin und London war er als Anwalt erfolgreich und rettete als Gutsherr von Kreisau den verschuldeten Besitz. Das Gut wurde nach Kriegsbeginn zum Treffpunkt von Nationalsozialismus-Gegnern. Gleichzeitig nutzte Moltke seine Rolle als Völkerrechtler im Oberkommando der Wehrmacht für subversive Aktivitäten, die 1944 zu seiner Verhaftung führten. Am 23. Januar 1945 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Brakelmann beschreibt eindringlich das Leben dieses nachdenklichen und mutigen Widerständlers und macht die zunehmend religiösen Motive von Moltkes Denken verständlich. Seine Biographie ist außerdem ein eindrucksvolles Porträt des Kreisauer Kreises.
Enzyklopädische Bibliothek in 30 Teilbänden